Flettner-Antrieb – „Moderner" Segelantrieb

Steigende Ã-lpreise und die Umweltschutz-Debatte machen auch die Schiffsbauer erfinderisch. So ist in Deutschland der erste Frachter mit Windantrieb vom Stapel gelaufen. Der Frachter ist 130 Meter lang und wird nicht von Segeln angetrieben, sondern von vier, 25 Meter hohen, rotierenden Türmen.

Flettner-Antrieb - „Moderner
Bild: Enercon

Der "neue" Antrieb soll eine Kraftstoff-Ersparnis von 30 bis 50 Prozent bringen. "Das E-Ship ist der zurzeit modernste Segler der Welt", sagt Werftleiter Dirk Lindenau. Interessant ist, dass diese Technologie schon über 80 Jahre alt ist. Der Antrieb wurde um 1920 von Anton Flettner erfunden. Bei den Turbosegeln strömt der Seitenwind so vorbei, dass an der Vorderseite der drehenden Zylinder ein Unterdruck entsteht, der das Schiff nach vorne zieht. Das gleiche Prinzip nutzen auch Fußballspieler für ihre "Bananenflanken".

Die "Buckau" ist das letzte Schiff, welches mit dem Flettner-Antrieb den Atlantik überquerte – 1926. Geringe Ã-lpreise und das Umwelt(un)bewusstsein sorgten dafür, dass sich diese Technologie nicht durchsetzte.

Die Entwickler von "E-Ship 1" – wie der Frachter getauft wurde – sind von dessen Hochseetüchtigkeit überzeugt. Schwierigkeiten seien nicht zu erwarten, da auch Schiffe mit hohen Kränen oder Deckladungen ähnliche Abmessungen aufweisen. "Bei regenerativen Lösungen zum Ersatz der konventionellen Energieerzeugung darf der Transportsektor nicht vernachlässigt werden. Nun werden wir mit dem E-Ship zeigen, dass sich mit den Segelrotoren im Schiffsverkehr viel Treibstoff einsparen lässt", ist Enercon Firmengründer Aloys Wobben überzeugt.


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