Forscher konnten erstmals die Ausbreitung von HI-Viren stoppen
abgelegt im Archiv Sonstiges am 11.08.08
Im Kampf gegen aids ist ein neuer Hoffnungsschimmer aufgetaucht: Forscher der Harvard Medical School in Boston sind dem Virus bei Labormäusen mit Erbgut-Molekülen zu Leibe gerückt. Diese Moleküle haben in den infizierten Zellen bestimmte Gene lahmgelegt und die Vermehrung der Aids-Viren gebremst.
Bisher hat den Forschern die ständige Veränderung des Virus Kopfzerbrechen bereitet. Mit der relativ jungen "RNA-Interferenz" haben die Forscher jedoch nun erste Erfolge bei Labormäusen erzielt. Die "RNA-Interferenz" wird auch bei vielen anderen Krankheiten erprobt. Die Forscher stellen ihre Arbeit im Fachmagazin "Cell" vor.
Mit RNAi lassen sich Gene schnell und zielsicher abschalten - eben auch solche welche für Entstehung von Krankheiten oder die Vermehrung von Viren verantwortlich sind. Dazu werden Abschnitte des Erbgut-Moleküls RNA in die Zellen eingebracht, deren Aufbau genau zu den Genen passt, deren Funktion unterdrückt werden soll. Experten nennen dies "stummschalten".
Das Problem ist die Einbringung der siRNA in die Zellen. Den Forschern ist dies nun gelungen, indem sie die Moleküle an einen Antikörper koppelten. Der Antikörper bindet sich dann an die T-Zellen, welche bevorzugt von dem Aidsvirus befallen werden. Der Antikörper lagert sich and er Zelle und wird von ihr "verschluckt". Die siRNA unterbindet dann ein Gen, welches für die Produktion eines Eiweißes nötig ist, mit dessen Hilfe die HI-Viren in die Zelle eindringen können.
Die ersten Versuche mit den Mäusen verliefen äußerst erfolgversprechend. "Infizierte Mäuse, die mit dem siRNA-Mix behandelt wurden, sahen nahezu aus wie die nicht-infizierten Kontrolltiere", fasst Premelata Shankar die Ergebnisse zusammen. "Sie hatten zu vernachlässigende Viren-Titer und ihre CD4-T-Zellen blieben erhalten". Großer Vorteil dieser Methode ist, dass die Forscher nun auf die ständige Veränderung des Virus reagieren können, da sie es nicht mehr direkt angreifen.
Tags: hiv aids harvard
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Wong
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Kommentar von:
Hans Kolpak
(15.08.08 12:28 Uhr)
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Ich fühle mich an die Flöhe erinnert, die auf einer Menschenhand Tischtennis spielen und Ihre Westen ausziehen, weil es ihnen warm wird. Ein Zuschauer wird gebeten, die Westen zu halten. Fragt er ungläubig, wo die Flöhe seien, wird mit der Gegenfrage gekontert, warum er denn die Westen festhalte. Es gibt Hunderte sich laufend wandelnde Retroviren, die alle nicht mit dem Computermodell eines HIV konkurrieren können. Es sei die Frage erlaubt, wie sich Computermodelle ausbreiten, wenn keine leistungsfähige Computerindustrie und keine gewiefte Marketing-Organisation dahintersteht. Wie kann etwas gestoppt werden, das sich nicht ausbreitet, weil es nicht existiert?
Es ist wie Warten auf Godot. HIV wartet immer noch auf einen Fototermin, doch er kommt nicht.
Hans Kolpak
Biß der Woche