Kommt die Pillenkamera nun doch?

Wir erinnern uns zurück an das Jahr 2000, als britische und israelische Forscher erstmals eine kleine Pillenkamera präsentierten. Diese konnte von den Patienten einfach geschluckt werden und übermittelte via Funktechnologie Bilder des Körperinneren nach außen.

Magenspiegelungen sind wohl eine der quälendsten Untersuchungsmethoden für die Patienten – Ein Schlauch windet sich durch die Speiseröhre um eine Kamera und eine Beleuchtungsquelle in den Magen zu bringen. Also war die hoffnung groß, als die Pillenkamera vor einigen Jahren eingeführt wurde. Allerdings verging die große Euphorie recht schnell, da sich die Kamera zu schnell durch den Verdauungstrakt bewegte und bisweilen einfach durch die Speiseröhre durchfiel. So konnten nur wenige Fotos gemacht werden, was eine Diagnose unmöglich machte.

Diesen Problems haben sich Forscher des Fraunhofer-Instituts für Biomedizinische Technik (IBMT) in Sankt Ingbert gemeinsam mit israelischen und britischen Medizinern angenommen. "Künftig können Ärzte die Kamera in der Speiseröhre stoppen, sie rauf und runter bewegen, drehen und so den Blickwinkel der Kamera gezielt einstellen", sagt Projektleiter Frank Volke vom IBMT.

Gesteuert wird die Kamera von einer Magnetvorrichtung in der Größe einer Tafel Schokolade, welche ein veränderbares Magnetfeld erzeugt. Der Arzt bewegt die Steuereinheit von Hand und kann so die Position und den Kamerawinkel verändern. Nach ersten Tests an Schweinen hat das Forscherteam nun auch erfolgreich Experimente am Menschen durchgeführt – im Selbstversuch. Das Team schaffte es die Kamera 10 Minuten in der Speiseröhre zu halten, während der Proband aufrecht saß.


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