Wissenschaftler suchen schon seit langem nach einer Weltformel – Der Erklärung für einfach alles. Am europäischen Labor für Teilchenphysik startet jetzt ein wahrhaft gigantisches Experiment. Crash von Protonen auf kleinsten Raum, Energiedichten wie zuletzt beim Urknall vor 13,7 Milliarden Jahren – Kritiker befürchten eine Katastrophe.
Vom Genfer Flughafen sind es nur 10 Minuten zum Land der Wissenschaft mit Straßennamen von berühmten Forschern und Stacheldraht drumherum. Unter der Erde befindet sich der ringförmige Tunnel 50 bis 175 Meter tief und 27 Kilometer im Durchmesser: der größte Teilchenbeschleuniger der Welt, der Large Hadron Collider (LHC).
Foto: MPG / CERN
Bereits 1984 begannen die Planungen für das bisher größte und komplizierteste Experiment der menschheit. Nach einigen Rückschlägen soll der Teilchenbeschleuniger noch im Laufe diesen Jahres in Betrieb genommen werden. Dann werden Pakete aus Protonen auf über 99,9 Prozent der Lichtgeschwindigkeit beschleunigt. Zwei Pakete fliegen dabei in die entgegengesetzte Richtung. Dann treffen die Protonen-Pakete an vier Experimentierstationen aufeinander. Bei diesen Kollisionen wird die Materie verdampft und es entsteht Energie aus welcher sich aber sofort wieder neue Teilchen bilden, die dann in alle Richtungen "wegspritzen". Dieser Teilchenschauer wird mit Detektoren nachgewiesen.
Die Energie der aufeinander zurasenden Teilchen entspricht etwa der, als wenn zwei Mücken aufeinander zufliegen. Da sich der Crash aber auf allerkleinsten Raum abspielt, werden dabei Energien freigesetzt, wie es sie zuletzt beim Urknall vor 13,7 Milliarden Jahren gab.
Doch warum gehen die Forscher das Risiko ein, als Super-Prometheus das "Feuer des Urknalls" auf die Erde zu holen? Es geht in erster Linie um die Bestätigung des sogenannten "Standardmodells" der Physik – eine der grundlegendsten Theorien überhaupt. Sie ist gleichermaßen für Elementarteilchenforscher und Kosmologen bedeutend und heißt im Englischen: "theory of everything" – Oder halt Weltformel.
Wird fortgesetzt… (08.08.2008)
Das Thema ist unglaublich interessant, nur glaube ich persönlich, dass es auch diesmal nichts wird, mit der einen Antwort auf alle Fragen. Daran beißt sich die Menschheit doch schon seit ihrem Anbeginn die Zähne aus. Für mich macht Von Bertalanffy’s General Systems Theory Theorem, dass sich ein System nicht vollständig aus sich herau erkläen lässt noch immer sehr viel Sinn. Das sieht man vor allem am menschlichen Geist, der, wann immer er etwas neues erklären will, neue Sub oder supersystem denkt (ausserhalb der Box denken).
Nun ja, es bleibt spannend.
Gruß Christoph